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Fürstenmacht und Bürgerstolz


Bild: Staatsarchiv Amberg, Plansammlung 320: Ansicht von Stadt und Schloss Burglengenfeld
(Ausschnitt aus einem Plan des  Gebiets zwischen Burglengenfeld und Ensdorf von 1589, kolorierte Federzeichnung)

„Fürstenmacht und Bürgerstolz – Bautätigkeit in Burglengenfeld in pfalz-neuburgischer Zeit“ 

Vortrag von Dr. Maria Rita Sagstetter (Direktorin des Staatsarchivs Amberg) am Mittwoch, dem 14. Juni 2017 um 19 Uhr im historischen Rathaussaal in Burglengenfeld

Burglengenfeld feiert in diesem Jahr das 475-jährige Jubiläum der Stadterhebung durch die neuburgischen Pfalzgrafenbrüder Ottheinrich und Philipp am 15. November 1542. Aus diesem Anlass halten namhafte Wissenschaftler aus der Region Vorträge zu besonderen Ereignissen und Entwicklungen aus fast 500 Jahren städtischer Geschichte.

Am Mittwoch, dem 14. Juni 2017 ist die Direktorin des Amberger Staatsarchivs Dr. Maria Rita Sagstetter zu Gast und stellte Quellen und Dokumente zum Thema „Fürstenmacht und Bürgerstolz – Bautätigkeit in Burglengenfeld in pfalz-neuburgischer Zeit“ vor.

Die Wittelsbacher Herzöge hatten Burglengenfeld bereits im 13. Jahrhundert als „Viztumamt“ bzw. „Landgericht auf dem Nordgau“ zum Verwaltungsmittelpunkt ihrer nördlich der Donau gelegenen Besitzungen bestimmt und seine zentralörtliche Bedeutung durch die Erhebung zum Markt verstärkt.

Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg fiel Burglengenfeld zusammen mit dem Landgericht an das 1505 neu gebildete Fürstentum Pfalz-Neuburg, zu dem es bis 1806 gehörte. Unter den Pfalz-Neuburger Fürsten erlebte Burglengenfeld eine erhebliche Aufwertung. Der Ort fungierte nicht nur weiterhin als Verwaltungssitz, sondern wurde zudem Nebenresidenz und bekam 1542 die Stadtrechte verliehen. Der Fürstenmacht traten damit Selbstverwaltungsrechte der aufstrebenden Bürgerschaft gegenüber.

Das Nebeneinander von fürstlicher Repräsentation und Herrschaftsausübung einerseits und bürgerlichem Selbstbewusstsein andererseits schlug sich funktional und ästhetisch in Siedlungsbild und Architektur der Stadt nieder.

Dr. Maria Rita Sagstetter, geboren in Sünching, hat in Regensburg Geschichte und Germanistik studiert und ihre Doktorarbeit über die Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern geschrieben. Nach erfolgreicher Beendigung der Archivschule und mehrjähriger Tätigkeit im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive wurde sie 2004 Leiterin des Staatsarchivs Amberg und damit die erste Frau in einem solch wichtigen Amt.

Sie wird in ihrem Vortrag die landesherrliche und städtische Bautätigkeit in Burglengenfeld in pfalz-neuburgischer Zeit darstellen, wobei vor allem das Schloss, die Große Kanzlei und das Rathaus im Zentrum der Betrachtung stehen werden. Mit Blick auf die noch sichtbaren Ergebnisse oder Spuren dieser Bautätigkeit wird sie an Hand von Beispielen aus der schriftlichen und bildlichen Quellenüberlieferung im Staatsarchiv Amberg wesentliche Baumaßnahmen präsentieren.

Der etwa einstündige Vortrag findet um 19 h im historischen Rathaussaal statt, der Eintritt ist frei!
Alle historisch und städtebaulich Interessierten sind herzlich eingeladen!


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