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Protestantische Passionsspiele

 

Vortrag

Protestantische Passionsspiele
Manfred Knedlik

1. Juni 2017, 19:30 Uhr
Barocksaal der Provinzialbibliothek Amberg

Die Zahl der Polemiken gegen das geistliche Spiel des Mittelalters nahm im konfessionellen Zeitalter deutlich zu. Dennoch brach diese Spieltradition, insbesondere im süddeutschen Raum, mit Luthers Auftreten nicht gänzlich ab. Im Gegenteil beschäftigten sich auch protestantische Dramenautoren mit den zentralen Ereignissen des Heilsgeschehens und brachten das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auf die Bühne. Zwei besonders markante Beispieltexte will der Vortrag von Manfred Knedlik in den Vordergrund rücken: das 1560 gedruckte Passionsdrama („Der gantz Passion“), das der berühmte Meister des Knittelverses aus Nürnberg, der dichtende Schuhmacher Hans Sachs, dem Rat der Stadt Amberg widmete, sowie das 1565 erstmals aufgeführte Passions- und Osterspiel („Ein schöne Tragedj von dem Leyden vnd sterben, auch die aufferstehung vnsers Herren Jesu Christi“) des Augsburger Meistersingers Sebastian Wild, das ein Jahrhundert später eine Grundlage des ältesten Oberammergauer Spieltextes bildete.

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