Nordgaupreistraeger seit 1982

biographische Zusammenstellung       - Entwurf -

Der Nordgaupreis und die Nordgau-Ehrenmedallie wurde zunächst ab 1952 von der Stadt Amberg verliehen - ab 1982 übernahm der Oberpfälzer Kulturbund die Verleihung des Nordgau-Preises. Dieser wird (nach Â§ 17 der Satzung) im Rahmen der Nordgautage an (in der Regel) 3 Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Kultur und die Heimatpflege in der Oberpfalz oder im Gebiet des historischen Nordgaus besonders verdient gemacht haben. Ggf. kann der Preis auch an Gruppen oder Organisationen verliehen werden. 

Die Preisträger seit 1982 in den Kategorien:

   â–º Dichtung / Literatur / Theater 
   â–º Bildende Kunst 
   â–º Musik 
   â–º Heimatpflege 
   â–º Nordgauförderung 

werden hier näher vorgestellt â€“ umfangreiche Texte sowie Werklisten und Literaturangaben finden sich in unserer ⇒ Oberpfalz-Kulturdatenbank. Zum Schluss folgt noch ein 

   â–º Namensregister aller Nordgaupreisträger
 


Dichtung / Literatur / Theater

Dr. Ernst R. Hauschka                                                   Dichtung 1982
* 1926 in Aussig; Bibliotheksdirektor und Schriftsteller;
Ernst Hauschka war nach Studium der Philosophie, Pädagogik, Theologie und Zeitungswissenschaft in Regensburg und München von 1956 bis 1988 im Höheren Bibliotheksdienst, zuletzt als leitender Bibliotheksdirektor (welcher Bibl. ???) in Regensburg tätig. Als Mitarbeiter der Zeitschrift „Die Oberpfalz“ und Schriftleiter der „Rast am Tor“ machte er sich um die Heimatliteratur der Oberpfalz verdient und verfasste selbst zahlreiche Bücher, darunter 17 Aphorismenbände. Er Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (575) Hauschka, Dr. Ernst R.

Prof. Dr. Eberhard Dünninger                                      Dichtung 1984
* 1934 in Würzburg
Nach Schulzeit in Regensburg und Studium der Germanistik, Geschichte und Anglistik in München, Dublin und Würzburg folgte eine weitere Ausbildung zum Bibliothekar und erste Tätigkeit an der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Von 1965 bis 1986 war er Referent im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, unter anderem als Ministerialrat. Von 1986 bis 1999 war er Generaldirektor der staatlichen Bibliotheksverwaltung in Bayern. Seit 1992 ist Dünninger Honorarprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg und seit 2002 hier auch als Stadtrat für die ÖDP tätig.
Eberhard Dünninger ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen zur Kultur- und Literaturgeschichte, vor allem Regensburgs und der Oberpfalz. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (576) Dünninger, Prof.Dr. Eberhard

Willy Mitterhuber                                                          Dichtung 1988
* 1927 in Kraiburg/Inn
Willy Mitterhuber war zunächst Schriftleiter bei den „Vereinigten Heimatblättern“ in Mühldorf, bevor ihn der Arbeitsdienst 1944 von dieser Tätigkeit abzog. Nach dem Krieg arbeitete er als Versicherungskaufmann und Filialleiter und veröffentlichte 1958 seinen ersten Gedichtband „Die Stille tönt“. Er ist aktives Mitglied der Regensburger Schriftstellergruppe.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (577) Mitterhuber, Willy

Walther Zeidler                                                              Dichtung 1990
* 1923 in Wiesau
Walther Zeitler gilt als der erfolgreichste Eisenbahnschriftsteller Ostbayerns und hat als meistgedruckter Sachbuchautor über den Bayerischen Wald und seine Randgebiete große Anerkennung gefunden.
Er schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und war unter anderem als Pressestellenleiter der Bundesbahndirektionen Regensburg und München tätig.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (578) Zeitler, Walther

Margarete Müller-Henning                                           Dichtung 1992
* 1924 in Kiew
Margarete Müller-Henning veröffentlichte bereits im Alter von 15 Jahren ihre ersten Gedichte. Im Februar 1943 kam sie nach Regensburg, wo 1974 ihre erste Anthologie "Am Hang" erschien. Seitdem gab sie regelmäßig deutsche und russische Lyrik und Prosa in Anthologien und Literaturzeitschriften heraus.
Bis heute wird ihre Lyrik in zahlreichen Lied-Kompositionen vertont.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (579) Müller-Henning, Margarete

Prof. Dr. Walter Höllerer                                              Dichtung 1994
* 1922 in Sulzbach-Rosenberg, + 2003 in Berlin
Walter Höllerer veröffentlichte zahlreiche Gedichte, Romane, Kritiken und Nachworte. 1954 rief er die Zweimonatszeitschrift "Akzente" ins Leben, die als eines der wichtigsten literarischen Foren der frühen Bundesrepublik gilt.
Als Gründer des Literarischen Colloquiums Berlin (1963) und als führendes Mitglied der Gruppe 47 prägte er das geistige Leben seiner Zeit entscheidend mit.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (580) Höllerer, Prof. Dr. Walter

Josef Kempf                                                                   Dichtung 1996
* 1935 in Elbogen bei Karlsbad
Josef Kempf studierte Germanistik und Klassische Philologie und lebte nach dem Studium als Schriftsteller, Lyriker und Erzähler in Bonn. Er war Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks und verschiedener Tageszeitungen, sowie Mitglied der europäischen Autorenvereinigung „DIE KOGGE“, der Esslinger Künstlergilde und des Verbandes deutscher Schriftsteller. Als Leiter des Arbeitskreises Literatur im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender förderte er aktiv Egerländer Autoren und führte zahlreiche Autorenlesungen in Egerländer Städten sowie in der Oberpfalz durch. Im Rahmen der bayerischen Nordgautage 1960 bis 1996 organisierte er zudem Lesungen mit deutschen und tschechischen Autoren und trug damit wesentlich zum kulturellen Profil der Nordgautage bei.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (581) Kempf, Josef

Margret Hölle                                                                Dichtung 1998
* 1927 in Neumarkt
Margret Hölle, geb. Sträußl, war Schauspielerin in einem Tourneetheater und Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk. Seit 1956 veröffentlichte sie zahlreiche Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, durch die sie die Mundart des Oberpfälzer Jura in die bayerische Literatur einführte.
In ihrer Heimatstadt Neumarkt engagierte sie sich 2004 für die Gründung des Museums Lothar Fischer.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (582) Hölle, geb. Sträußl, Margret

Michael Kumeth („Wolfsmehl“)                                  Dichtung 2004
* 1960 in Bad Werneck
Michael Kumeth alias „Wolfsmehl“ verfasste zahlreiche Erzählungen, Theaterstücke und Hörspiele, darunter auch die Hörbuchproduktion "Königshaut" (2003), für die er unter anderem mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer zusammenarbeitete.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (583) Kumeth, Michael

Johannes Reitmeier                                                     Dichtung 2008
* 1962 in Kötzting
Johannes Reitmeier ist Autor für verschiedene historische Festspiele und wurde für seine Werke bereits mit zahlreichen Kulturpreisen ausgezeichnet. Zusammen mit Thomas Stammberger überarbeitete er 1995 das Stück für die Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing. Für die 975-Jahrfeier der Stadt Amberg verfasste er 2009 das historische Stadtschauspiel "Amberger Welttheater - Der Herbst des Winterkönigs".
Reitmeier arbeitete als Regisseur an verschiedenen deutschen Theatern und war Intendant des Südostbayerischen Städtetheaters, des Pfalztheaters Kaiserslautern und der Kreuzgangspiele Feuchtwangen.
⇒ Literatur- und Werkauswahl siehe in der Oberpfalz-Kulturdatenbank (584) Reitmeier, Johannes

Harald Grill                                                                      Dichtung 2012
* 1951 in Hengersberg,
gehört zu den bekanntesten Schriftstellern in der Oberpfalz. Sein Werk umfasst bairische und schriftdeutsche Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Radio-Features. In den 1980er Jahren wurde er mit kritischen Texten zu Themen wie Heimat, Krieg und Umweltzerstörung bekannt; überregionale Aufmerksam-keit fand 2000/01 sein Projekt „Zweimal heimgehen“: zwei Spaziergänge, einmal vom Nordkap und danach von Syrakus zu Fuß nach Regensburg.


Bildende Kunst

Wurmdobler, Fritz    532                                             Bildende Kunst 1982
* 1915 in Regensburg, + 2008 bei Regensburg
Fritz Wurmdobler absolvierte zunächst eine Lehre als Werbegrafiker und studierte anschließend an der Kunstakademie München bei Emil Preetorius Bühnengestaltung. Seine künstlerische Laufbahn wurde mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Es folgten Arbeits- und Militärdienst sowie eine Zeit der Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 wagte er einen Neubeginn als freischaffender Künstler mit Schwerpunkt Kunst am Bau. Es entstanden Arbeiten hauptsächlich in der Oberpfalz, in Franken, Hessen, Österreich und Hawaii in verschiedenen Techniken wie Fresko, Sgraffito und Mosaik. So gestalte Fritz Wurmdobler zahlreiche Schulen, Kindergärten, Kirchen und Friedhöfe. In den 50er und 60er Jahren lebte Wurmdobler meist im Ausland, vor allem im Mittelmeerraum, wo eine Reihe von Porträts, Stillleben und Landschaftsbildern entstand. Von 1970 bis 1982 war Wurmdobler Gastdozent für Architekturzeichnen, Baugeschichte und schädelanatomisches Zeichnen an der Privaten Technischen Lehranstalt

Weichmann, Rudi    531                                               Bildende Kunst 1986
* 1926 in Regensburg
Rudi Weichmann ist Metallbildhauer und Kunsthandwerker in Regensburg. Nach seiner Ausbildung als Gürtler, Gold- und Silberschmied studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Rickert und Prof. Hiller. Seit 1965 ist er als freischaffender Künstler tätig. Zu Rudi Weichmanns Werken gehören vor allen Dingen Plastiken aus Kupfer, gelegentlich arbeitet er mit Silber, Bronze, Messing und Eisen. Formen und Motive sind vielfältig und reichen von menschlichen Köpfen, Tierfiguren und Pflanzen bis zu abstrakten Darstellungen. Seine Werke waren regelmäßig Bestandteil von Ausstellungen des Kunst- und Gewerbevereins und des Berufsverbands Bildender Künstler. Einige von ihnen schmücken als „Kunst am Bau“ auch öffentliche Gebäude.

Schätzler, Hermann    526                                           Bildende Kunst 1992
* 1923 in Weiden
Hermann Schätzler ist Kunstmaler, Zeichner und Plastiker in Weiden. Schon als Schüler gewann er ausgeschriebene Wettbewerbe und wurde von Professor Eugen Küchle eigens gefördert. Nach Kriegseinsatz in Holland, Frankreich und Deutschland besuchte er private Mal- und Zeichenschulen, sowie eine Grafikerschule in München. Seine im Feld entstandenen Naturskizzen sind leider verloren gegangen.
Albert Schätzer war 14 Jahre lang Geschäftsführer einer Groß- und Einzelhandelsfirma, bevor er als freischaffender Maler seine künstlerische Laufbahn begann.
In seinem Werk kommt vor allem die Ehrfurcht gegenüber der Natur zum Ausdruck, so in unterschiedlichsten Landschaftsdarstellungen. Zu seinen Arbeitsgebieten gehört jedoch auch die Kunst am Bau.

Langhammer, Ruthild    518                                         Bildende Kunst 1998
* 1940 in Friedland
Ruthild Langhammer nahm bis 1963 Unterricht bei dem Bildhauer Benatzky , bei Karl Marks und Prof. Josef Jaekel in Köln. Seit 1968 ist sie als freischaffende Künstlerin in Pressath tätig. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören die Malerei und die Gestaltung von Glasfenstern. Ihre Werke werden regelmäßig in Regensburg, Pressath und Schwandorf ausgestellt und wurden mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. So erhielt Ruthild Langhammer neben dem Nordgaupreis auch den Kulturförderpreis Ostbayern OBAG (1986) und ein Stipendium des Virginia Center for Creative Art (1993).

Beer, Jeff    509                                                             Bildende Kunst 2000
* 1952 in Mitterteich
Jeff Beer zeichnet sich vor allem durch seine vielfältige künstlerische Tätigkeit aus. So arbeitet er als Komponist, Percussion-Solist, Bildhauer, Maler und Grafiker. Schon als Kind begann er mit dem Zeichnen, später studierte er an der Hochschule für Musik in Würzburg Komposition, Percussion und Klavier. Er erhielt Stipendien in Paris und New York und begann ab 1984, sich mit der Bildhauerei auseinanderzusetzen. Kurz darauf wurde Eisen zum zentralen Werkstoff seiner plastischen Arbeiten. Seine Eisenplastiken fanden ab 1985 sogar internationale Beachtung.
Jeff Beer fotografiert seit 25 Jahren und widmet sch seit einiger Zeit dem großformatigen Farbholzschnitt. Seine lyrischen und Prosaarbeiten werden regelmäßig in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht.

Christin, Renate    510                                                 Bildende Kunst 2002
* in Regensburg
Renate Christin ist freischaffende Künstlerin und Dozentin. Von 1976-1980 besuchte sie die Internationalen Sommerakademien der Bildenden Kunst in Salzburg und Millstatt, sowie die Universität Haifa. Sie ist Gründungsmitglied der internationalen Künstlergruppe "SaFiR" und seit 1988 Leiterin des Internationalen Kunstforums in Schloss Eichhofen.
Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Slovakei und Australien.

Meerwald, Renate    520                                               Bildende Kunst 2004
1939-2009
Renate Meerwald, 1939 in Dresden geboren, kam als Vierjährige nach Vohenstrauß. Der Ort wurde über lange Jahre zu ihrem Lebensmittelpunkt; sie besuchte dort die Realschule, machte eine Ausbildung zur Kunst- und Werkerzieherin in Düsseldorf und kehrte 1965 in ihre Heimat zurück. Dort unterrichtete sie an der Schule ihrer Schulzeit, später am Elly-Heuss-Gymnasium in Weiden. Aufgrund von Krankheit wurde sie bereits im Alter von 49 Jahren pensioniert, doch konnte sie sich nun noch mehr ihrer Kunst zuwenden: Nachdem sie am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn vor allem Aquarelle von oberpfälzer Landschaftsmotiven gemalt hatte, wandte sie sich später abstrakteren Kompositionen zu, die sich durch einfachere stilistischere Mittel auszeichnen. Ihre Werke wurden regelmäßig in Ausstellungen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg, dessen Mitglied sie war, präsentiert.
Zu Beginn ihrer Ruhestandsphase heiratete Renate Meerwald nach Neunburg vorm Wald. Nach zehnjähriger Ehe, kehrte sie abermals nach Vohenstrauß zurück und starb am 13.12.2009.

Riepl, Heiner    524                                                      Bildende Kunst 2006
* 1948
Heiner Riepl wurde 1948 in Kehlheim geboren. An der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studierte er Freie Malerei und war dort Meisterschüler von Ernst Weil. In Regensburg folgte ein weiteres Studium der Philosophie, Geschichte und Wissenschaftsgeschichte.
Seit 1980 ist er als freiberuflicher Maler und Grafiker tätig. Für Riepl sind Farben und das Verhältnis von Farbe zueinander von großer Bedeutung für sein Werk. In abstrakten Bildern versucht er, mit Form und Farben einem spontanen Seherlebnis nachzuspüren.
1988 übernahm er die Leitung des Oberpfälzer Künstlerhauses in Schwandorf, wo er ab 1995 ein Artist-in-Residence-Programm realisiert, dass Künstlern aus verschiedenen Bereichen die Möglichkeit zum Auslandsaustausch bietet.
Heiner Riepl ist außerdem Mitglied in zahlreichen Kunstvereinen und ist als Kurator und Juror gefragt. Ihm wurden außerdem mehrere Preise zuteil, so z.B. die Förderung der Bayerischen Künstler und Publizisten oder die Kulturförderpreise der Stadt Regensburg und Ostbayern.

Schinner, Paul      527                                                  Bildende Kunst 2008
* 1937 in Windischeschenbach
Paul Schinner ist Bildhauer und Zeichner. Er wurde am 20. April 1937 in Windischeschenbach geboren. Nach einer Ziseleurlehre, einem Studium der Gold- und Silberschmiedekunst in Nürnberg sowie einem Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, kehrte er in die nördliche Oberpfalz zurück.
Er arbeitet vor allem als Zeichner und Bildhauer, wobei zahlreiche Skulpturen, Brunnen und v.a. Altarraumgestaltungen im öffentlichen Raum einen Platz gefunden haben. Als Zeichner beschäftigt sich Schinner besonders mit Grenzen, Konturen, ihren Übergängen und ihren Auflösungen.
Viele seiner Werke befinden sich in Privatbesitz, jedoch finden immer wieder Ausstellung vor allem in der Region, aber auch im Ausland statt. Er erhielt u.a. ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris und wurde vom Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf-Fronberg gefördert.

Dollhopf, Prof. Günter     512                                      Bildende Kunst 2009
* 1937 in Nürnberg
1937 in Nürnberg geboren, studierte Günter Dollhopf Philosophie und Kunst in München und Nürnberg. Ab 1964 arbeitete er als Kunsterzieher zunächst in München, dann in Sulzberg-Rosenberg und Amberg. Bereits 1971 erhielt er einen Lehrauftrag an der Akademie Bildenden Künste Nürnberg. Zwei Jahre wurde er dorthin als Professor berufen wurde, wo er bis 1997 lehrte und angehende Kunstlehrer ausbildete.
In Werkgruppen wie „Bodybilder“, „Krankheitsbilder“, „Rücken- und Fensterbilder“, „Hackstücke und Faltungen“ oder in den Bildern der vergangenen Jahre „Utopia - Realita“ beschäftigte sich Dollhopf vor allem mit den Themen Mensch und die Landschaft, wobei der der geschundene Mensch oft im Vordergrund steht.
Dollhopf gewann zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Grand Prix der Internationalen Grafik-Triennale in Krakau. Außerdem ist er Träger des Bundesverdienstkreuz erster Klasse. 

Ludwig „Wigg“ Bäuml                                                 Bildende Kunst 2012
* 1954 in Waldthurn i.d.Opf.,
machte zunächst eine Ausbildung und Meisterprüfung als Kirchenmaler, bevor er seit 1983 als freischaffender Künstler tätig wurde. Unterstützt von Stipendien der Stadt Regensburg und der Kommune San Servolo/Vendig entwickel-te er sich zu einem der bedeutendsten Künstler in der Oberpfalz. 1998 erhielt er bereits den Kultur-förderpreis der Stadt Regensburg sowie 2000 den Kulturförderpreis Ostbayern; seit 2001 leitet er auch den Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz.
 


Musik

Zimmert, Anton    603                                                  Musik 1984
Lebensdaten ??? , Chordirektor, Kantor und Musikdirektor
Anton Zimmert war viele Jahre als Bischöflicher Kirchenmusikdirektor an der Basilika Waldsassen tätig und wirkte als Chordirektor sowie Regionalkantor. Er leitete einige Ensemble wie den Basilikachor und den Männergesangsverein Waldsassen, zu dessen Ehrenchorleiter er im Jahr 2000 ernannt wurde. Auch nach seiner Pensionierung 2003 widmete er sich weiterhin der Musik.
Zur Anerkennung seiner Bemühungen und Verdienste um die regionale Kirchenmusik wurde ihm 1984 der Nordgaupreis für Musik verliehen.
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Malzer, Karl-Heinz    604                                              Musik 1986
* 1942; Dirigent, Chorleiter, Musiklehrer
Karl-Heinz Malzer wuchs in Pleystein im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab auf, wo er von seiner Mutter seine erste musikalische Ausbildung erhielt. Von 1963 bis 1967 absolvierte er nach seinem Abitur an der Staatlichen Hochschule für Musik in München sein Musikstudium, bei dem er Chor- und Orchesterleitung als Schwerpunkt wählte.
Nach dem Studium war er im Schuldienst tätig, ab 1985 als Studiendirektor am Gymnasium in Neustadt a.d. Waldnaab. Von 1986 bis 1992 war er zusätzlich Lehrbeauftragter an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen.
Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Gymnasiallehrer widmete sich Malzer der Musik, indem er sich als Chorleiter im Fränkischen und Deutschen Sängerbund engagierte. Ab 1976 war er im Fränkischen Sängerbund auch als Präsidiumsmitglied tätig und gründete spezielle Fortbildungsveranstaltungen für Kinder- und Jugendchorleiter. Er setzte sich intensiv für die Jugendarbeit im Sängerbund ein, als dessen Jugendreferent er fungierte und den Jugendchor ins Leben rief sowie leitete. 1993 wurde er zum Bundeschorleiter des Fränkischen Sängerbundes ernannt.
Zu Anerkennung seiner Verdienste um die Jugendchorarbeit wurde im 1986 der Nordgaupreis für Musik verliehen.

Stein, Dr. Franz A.    605                                              Musik 1996
1928 - ??? ; Musikwissenschaftler, Theater- und Musikkritiker sowie Dozent
Franz A. Stein stammte ursprünglich aus Alzenau in Unterfranken. Er liess sich dann aber in Regensburg nieder, wo er als Musikwissenschaftler, Theater- und Musikkritiker arbeitete sowie an der Fachakademie für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung als Dozent tätig war. Einige Jahre fungierte er auch als stellvertretenden Direktor der Akademie.
Als Musikwissenschaftler widmete sich Stein besonders der Erforschung der Kirchen- und Instrumentalmusik, wobei er sich vermehrt mit der Musik der Oberpfalz und der Regensburger Musik auseinandersetzte. Zur Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm 1988 die Albertus-Magnus-Medaille der Stadt Regensburg verliehen, worauf 1996 der Nordgaupreis für Musik folgte.

Schwämmlein, Dr. Helmut    606                                Musik 2000
1944–2003; Musikpädagoge, Musikwissenschaftler und Musikinterpret
Helmut Schwämmlein kam durch seinen Vater Karl Schwämmlein früh in Berührung mit Musik und Musikforschung und erhielt bald seinen ersten Geigenunterricht. Nach dem Abitur 1963 in Amberg absolvierte er ein Lehramtsstudium mit Hauptfach Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Seine erste Anstellung im Schuldienst führte ihn nach Hiltpoltstein, bevor er ein Jahr später 1970 an das Albrecht-Altdorfer-Gymnasium nach Regensburg wechselte. Schwämmlein lehrte aber auch am Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg.
Neben seiner Lehrtätigkeit widmete er weiterhin dem Studium der Musikwissenschaft und der Kunstgeschichte, sodass er 1985 über den Amberger Komponisten Mathias Gastritz promovierte. 1978 wurde er zum Fachberater für Musik beim Ministerialbeauftragten der Oberpfälzer Gymnasien ernannt, beschäftigte sich nebenbei aber auch intensiv mit der Pflege Alter Musik.
Schwämmlein prägte das Regensburger Musikleben durch seine verschiedenen musikalischen Aktivitäten. So gründete er 1973 das Musikensemble Musica Antiqua Ambergensis Regensburg, das sich unter seiner Leitung zu einem der führenden und vielseitigsten Ensembles für Musik des Mittelalters und der Renaissance entwickelte. Zur Anerkennung seiner Bemühungen um die Pflege und Förderung der Alten Musik der Oberpfalz erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie 1980 den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2000 den Nordgaupreis für Musik.

Kaltenecker, Gertraud    607                                       Musik 2002
1915–2004; Komponistin und Sängerin
Gertrud Kaltenecker wuchs in Regensburg auf und erhielt ab ihrem siebten Lebensjahr Klavierunterricht, zu dem später Geigenunterricht hinzukam. Nach dem Abschluss des Lyzeums am Institut der Englischen Fräulein 1932 besuchte sie die Höhere Handelsschule, woraufhin sie zunächst als Bürokraft in einer Apotheke und ab 1936 als Verwaltungsangestellte beim Arbeitsamt Regensburg arbeitete.
Der Musik widmete sie sich jedoch weiterhin nebenbei. Ab 1935 nahm sie privaten Musikunterricht bei Max Jobst, bevor sie ab 1943 eine Hospitanz an der Regensburger Kirchenmusikschule begann und erste Engagements als Gesangssolistin fand. Sie wechselte dann 1946 an die Akademie der Tonkunst in München, wo sie sich unter anderem von Joseph Haas in Komposition ausbilden ließ. Obwohl Kaltenecker ihr Studium 1948 erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie hauptberuflich ab 1949 als Sekretärin in Regensburg und wirkte lediglich nebenberuflich als Komponistin und Sängerin.
Kalteneckers Schaffen umfasst über 90 Kompositionen, die sowohl Kirchen- und Kammermusik als auch Lieder, Klavier-, Orgel- sowie Orchesterkompositionen einschließen. Die Orgelwerke nehmen dabei einen besonderen Rang innerhalb ihres Ouvres ein, die oft Auftragskompositionen für Regensburger Kirchen darstellten. Regensburg bildete insgesamt betrachtet das Zentrum ihres Schaffens, da hier ein Großteil ihrer Kompositionen bei den verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurde und zur Uraufführung kam. Auch vertonte sie eine Reihe von Gedichten der Regensburger Schriftstellergruppe International wie in dem Liederzyklus Spirale aus dem Jahr 1975 und komponierte einige Werke mit direktem Bezug zu Regensburg wie die Partita über „Die Töne der Glocken des Regensburger Domes“. Stilistisch lehnt sich Kaltenecker an ihren Lehrer Joseph Haas an und komponiert vornehmlich mit einer tonal gebundenen Harmonik ohne sich von Atonalität oder Dodekaphonie beeinflussen zu lassen.
Für ihre musikalische Arbeit als Komponistin und Interpretin in und um Regensburg erhielt sie 2002 den Nordgaupreis für Musik.

Seibert, Prof. Kurt    608                                              Musik 2006
* 1944; Pianist und Hochschullehrer
Kurt Seibert wurde durch Conrad Hansen, Hans Leygraf und Philipp Jarnach pianistisch ausgebildet, wozu ein Musiktheoriestudium bei Wilhelm Maler hinzukam.
Über 30 Jahre arbeitete er als Professor an der Hochschule der Künste in Bremen, als deren Dekan er auch einige Zeit fungierte. Die Musikkultur der Stadt Bremen prägte Seibert auch in anderem Bereich zum Beispiel als Gründungsmitglied des Bremer Klavierwettbewerbs, als Vorstandsmitglied des Landesmusikrates Bremen und als Veranstalter diverser Festivals.
Seibert engagierte sich durch seine diversen Tätigkeiten besonders in der musikalischen Ausbildung und Förderung von jungen Musikern. Neben seiner langjährigen Lehrtätigkeit an der Hochschule in Bremen betätigte er sich so unter anderem als Vorsitzender des Landesausschusses von „Jugend musiziert“. Für das Musikleben der Oberpfalz ist besonders die Gründung der Max-Reger-Tage in Weiden i.d. Oberpfalz bedeutend, an der Seibert maßgeblich beteiligt war und die er leitete. Der Oberpfälzer Komponist Max Reger lag ihm in seiner Arbeit sehr am Herzen, was sich auch an seiner Mitwirkung am sogenannten Reger-Forum der Musikhochschulen Bremen, Leipzig und München zeigt. Zur Anerkennung seiner kulturellen Verdienste erhielt er 2006 den Nordgaupreis für Musik.

Rosin, Prof. Armin       609                                           Musik 2008
* 1939; Musikwissenschaftler, Dirigent, Posaunist, Autor und Dozent
Armin Rosin wuchs in Karlsbad in Böhmen auf, wo er ersten Musikunterricht erhielt. Sein Vater Otto Silvester unterrichtete ihn im Posaunenspiel, sodass er nach dem Abitur in München ein Musikstudium mit Hauptfach Posaune beginnen konnte. In Nürnberg-Erlangen und Salzburg setzte er dann sein Studium fort, zu dem Dirigierkurse, Gesangsunterricht und ein Musikwissenschaftsstudium hinzutraten.
Seine ersten Anstellungen führten ihn als Soloposaunist zu den Bamberger Symphonikern und zum Radiosymphonieorchester Stuttgart, bis er 1980 als Professor an die Staatliche Musikhochschule in Stuttgart wechselte. Dort gründete er die Brass-Philharmonie, die er selbst leitete, und ebenso die Swiss Brass und das Trio Armin Rosin wurden von ihm ins Leben gerufen. Neben seiner Tätigkeit als Instrumentalist, Musikpädagoge und Dirigent widmete er sich jedoch auch der Musikwissenschaft sowie der Komposition.
Als Posaunist wirkte Rosin an bedeutenden Uraufführungen mit, bei denen mehr als 40 speziell für ihn komponierte Werke zu hören waren. Einen wichtigen Bereich seiner Arbeit stellten die Schallplattenaufnahmen dar, da er 1973 weltweit die erste Schallplatte mit Posaunenkonzerten einspielte. Für Blasinstrumente setzte Rosin sich auch durch die Gründung und Leitung verschiedener Ensembles. Als Musikpädagoge prägte er nicht nur die Stuttgarter Musikhochschule, sondern arbeitete auch auf zahlreichen Ferienkursen, Kulturwochen und als Gastprofessor an anderen Hochschulen. Rosin gilt als "Wegbereiter" des modernen Posaunenspiels.
Zur Anerkennung seiner musikalischen Verdienste wurden ihm zahlreiche Preise verliehen wie 1978 der Große Sudetendeutsche Kulturpreis und 2008 der Nordgaupreis für Musik.

Sterl, Raimund Walter      610                                     Musik 2009
1936–2010; Komponist, Geiger, Organist, Archivar, Musikwissenschaftler und Rezensent
Raimung Walter Sterl erhielt seine erste musikalische Ausbildung in seinem Elternhaus, woraufhin er während seiner Schulzeit am Humanistischen Gymnasium in Regensburg im Orchester Bratsche spielte und als Organist an verschiedenen Kirchen arbeitete.
Nach seinem Abitur trat er 1959 in den Dienst der Stadt Regensburg ein, in dem er bis 1993 hauptberuflich zum Beispiel als stellvertretender Leiter des Stadtarchivs von 1964 bis 1990 tätig war.
Autodidaktisch widmete er sich bereits während seiner Schulzeit nebenbei dem Studium der Musikwissenschaft und der Komposition, bis er 1956 Unterricht bei Alfred Zehelein in München erhielt. Neben seiner Organistentätigkeit arbeitete er auch ab 1957 als Rezensent für den Kulturspiegel in Regensburg.
Im Zentrum von Sterls musikwissenschaftlichen Forschungsarbeiten stand die Musikgeschichte Altbayerns mit besonderem Augenmerk auf Regensburg, wobei er sich besonders intensiv mit der Kirchenmusik und dem Instrumentenbau auseinandersetzte. So veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze und einige Monographien wie zu Kaspar Sturm. Für diese Bemühungen wurde er 2009 mit dem Nordgaupreis für Musik ausgezeichnet und erhielt im gleichen Jahr als Archivoberamtsrat a.D. das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Als Komponist schuf er vor allem Orgelkompositionen für die Liturgiefeier und Kammermusikwerke, die zusammen ungefähr 100 Kompositionen umfassen. 


Heimatpflege

Faltenbacher, Willi    614                                             Heimatpflege 1982
1920–1994; Heimatpfleger
Nachdem Willi Faltenbacher 1946 aus Kriegsdienst und –gefangenschaft zurückgekehrt war, widmete er sich dem regionalen Brauchtum und der Heimatpflege. 1947 gründete er den VdK Weiden und begann im Trachtenverein „Altbaierische“ Weiden mitzuarbeiten, in dessen Vorstand er ab 1952 tätig war. Ab 1956 betätigte er sich als Vizepräsident in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Nordgau und übernahm die Stadtbücherei in Weiden. Faltenbacher engagierte sich ebenso in der Jugendarbeit ab 1960, indem er die Trachtenjugend im süddeutschen Raum aufbaute und den Vorsitz der Trachtenjugend Bayerns und Südwest-Deutschlands ab 1971 inne hatte. Auch beteiligte er sich an der Gründung des Oberpfälzer Kulturbundes 1969, als dessen Vizepräsident er viele Jahre fungierte.
Zur Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung des Oberpfalz-Bewusstseins und des Trachtenbrauchtums wurde er 1982 mit dem Nordgaupreis für Heimatpflege ausgezeichnet. 

Braun, Dr. Hermann    551                                         Heimatpflege 1984
* 1909; Historiker, Volkskundler und Philologe
Hermann Braun absolvierte an den Universitäten in Tübingen, Heidelberg, Leipzig, Marburg und Prag sein Studium der Germanistik, Volkskunde, Geschichte, Geographie, Philosophie und Musikwissenschaft, das er 1938 mit einer Promotion über die Wortgeographie des Egerlandes abschloss. Bis 1940 arbeitete er am Germanistischen Institut in Leipzig und liess sich im Zuge der Vertreibung der Deutschen 1947 in Marktredwitz nieder, wo er die spätere Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft ins Leben rief. Hauptberuflich arbeitete er als Oberstudienrat der Städtischen Berufsschule und Direktor der Volkshochschule. Er setzte sich aber als Stadtrat und Bürgermeister intensiv für die Vertriebenen ein, für die er unter anderem die Siedlergemeinschaft gründete.
Braun beschäftigte sich als Historiker, Volkskundler und Philologe intensiv mit der regionalen Literatur und Geschichte, wobei er einen Schwerpunkt auf das Egerland legte. So entstanden einige Abhandlungen über die regionalen Bräuche, Eigenarten und Dialekte. Auch fungierte Braun als Schriftleiter der Stammeszeitschrift der Eghalanda Gmoin Der Egerländer und war ab 1981 Vorstandsvorsitzender der Egerland-Kulturhaus-Stiftung in Marktredwitz.
Braun erhielt für seine Auseinandersetzung mit der Kultur und Literatur der Region sowie für seine Arbeit für die Eghalanda Gmoin zahlreiche Auszeichnungen wie das Bundesehrenzeichen der Eghalanda Gmoin, das Bundesverdienstkreuz und den Nordgaupreis für Heimatpflege 1984.

Zerlik, Otto    585                                                          Heimatpflege 1986
* 1907; Maurer, Mundartdichter, Herausgeber und Lyriksammler
Otto Zerlik absolvierte nach der Schulausbildung eine Lehre zum Maurer, woraufhin er vor allem im Kessel- und Feuerungsbau arbeitete. 1929 und 1930 besuchte er das Technikum in Bodenbach an der Elbe, an dem er sich besonders dem Hochbaustudium widmete.
Nebenberuflich widmete sich Zerlik bereits vor 1936 der Lyrik und Dichtung, sodass er 1936 im Selbstverlag seine ersten Jugenverse veröffentlichen kann. Daraufhin interessieren sich einige regionale Verlage für Zerliks mundartliche Werke.
1942 unterbricht der Einzug zum Kriegsdienst und ab 1945 amerikanische und englische Kriegsgefangenschaft sein Schaffen. 1949 setzte er dann seine Arbeit mit Veröffentlichungen eigener Werke sowie von Lyriksammlungen sudetendeutscher Dichter fort.
Zerlik gab einige Sammlungen von Egerländer Mundartgedichten und -reimen heraus wie das Egerländer Bauernjahr 1955, die auch einige seiner eigenen Werke enthielten. Auch arbeitete Zerlik an einem Sudetendeutschen Mundartwörterbuch und dem Sudetendeutschen Volkskundeatlas mit und fungierte als Herausgeber des Jahrbuchs der Egerländer ab 1954.
Zur Anerkennung seiner schriftstellerischen und sammlerischen Tätigkeit im Bereich der Heimatforschung und -pflege wurde er 1986 mit dem Nordgaupreis für Heimatpflege ausgezeichnet.

Laßleben, Erich    586                                                  Heimatpflege 1988
* 1931; Verleger, Buchdruckereibesitzer und Schriftleiter
Erich Laßleben wurde als Sohn von Michael Laßleben in einen 1931 in den Kallmünzer Verlag mit Druckerei hineingeboren. Seine Lehre zum Schriftsetzer mit Gesellen- und Meisterprüfung absolvierte er im familiären Unternehmen in Kallmünz, dessen technische Leitung er 1954 übernahm. Nach dem Tod seines Vaters 1972 führte Laßleben den Betrieb als Verleger, Herausgeber und Schriftleiter weiter. Er konnte vor allem die Verbindungen zu wissenschaftlichen Instituten ausbauen, um eine breitere Leserschaft an den Universitäten zu erreichen. Im Bereich der regionalen Schriftenreihen betreute der Verlag unter anderem die Nordgau-Schriftenreihe, die Thurn- und Taxis-Studien, die Beiträge zur Oberpfalzforschung und die Regensburger Historischen Forschungen. Von Kallmünz aus leitete er ebenfalls den Oberpfalz-Verlag und fungierte als Herausgeber, Verleger und Schriftleiter der Heimatzeitschrift Die Oberpfalz.
In Kallmünz engagierte Laßleben sich jedoch auch außerhalb seiner unternehmerischen Tätigkeiten als Bürgermeister, Gemeinderat und Ortsheimatfpleger, wobei er sich besonders für die Heimatpflege und –forschung sowie für den Denkmalschutz einsetzte.
Zur Anerkennung seiner Verdienste um die Darstellung und Würdigung der Oberpfalz in Schrifttum und durch denkmalpflegerische Aktivitäten wurde ihm 1988 der Nordgaupreis für Heimatpflege verliehen.

Gabriel, Horst    593                                                     Heimatpflege 1990
* 1922; Bundesbahnbeamter
Gabriel Horst besuchte in seiner Heimatstadt Breslau das Gymnasium, an dem er im Chor seine ersten Erfahrungen mit dem Ensemblegesang sammelte. Während des zweiten Weltkriegs musste er Kriegsdienst leisten, aufgrund dessen er in Kriegsgefangenschaft geriet. In Rothenstadt bei Weiden liess er sich dann 1946 nieder, von wo aus er als Bundesbahnbeamter bis 1985 arbeitete.
Nebenbei widmete sich Gabriel jedoch intensiv der regionalen Musik- und Heimatpflege. Ab 1946 sang er in verschiedenen Chören wie dem Weidener Kammerchor und dem Liederkranz Weiden mit, in denen er sich auch als Vorstandsmitglied und Veranstaltungsorganisator engagierte. So war er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Oberpfälzer Chöre ab 1981 tätig und ab 1984 als Vizepräsident des Oberpfälzer Kulturbundes. Auch beschäftigte er sich theoretisch mit dem Laienchorwesen, sodass er 1990 einen Beitrag zur Festschrift des Nordgautages in Mitterteich lieferte.
Um seine Verdienste besonders im Bereich des Laienchorwesens in der Oberpfalz zu würdigen, wurde er 1990 mit dem Nordgaupreis für Heimatpflege ausgezeichnet.

Schreiner, Prof. Dr. Lorenz    552                               Heimatpflege 1994
* 1920; Mediziner und Vorsitzender des Egerer Landtags e.V.
Lorenz Schreiner wuchs in Schwalbenmühlen bei Eger auf, wo er nach Abschluss der Volksschule das Rudolphinum besuchte. Auf Wunsch der Eltern wechselte er dann nach der Obertertia an das Lehrerbildungsseminar, an dem er 1940 die Reifeprüfung ablegte. Nach Abschluss des Seminars wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, aus dem er 1945 zurückkehrte. Zurück in Eger wurde er im örtlichen Gefängnis eingesperrt, bis er 1946 seine Heimat Richtung Bayern verlassen musste.
In Bayern begann er ein Medizinstudium und war nach dem Studium für viele Jahre als Arzt tätig.
Neben seiner Tätigkeit als Mediziner, engagierte sich Schreiner intensiv für die Pflege der sudetendeutschen Kultur. Bald trat er in Bayern der Sudetendeutschen Landsmannschaft bei und war ab 1960 Mitglied des Egerer Landtags e.V., in dessen Vorstand er ab 1965 tätig war. 1980 wurde er schließlich zum Vorsitzenden gewählt, als was er bis 2005 fungierte. In seiner Amtszeit widmete er sich besonders der Fortführung der Egerer Zeitung sowie der Herausgabe von Heimatbüchern, um die Kultur der Sudetendeutschen auch in der neuen Heimat zu erhalten. Auch beteiligte er sich an der Gründung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.
Schreiner wurde zur Anerkennung seiner langjährigen Bemühungen mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet wie dem Bundesverdienstkreuz 1984 und dem Nordgaupreis für Heimatpflege 1994.

Wolf, Dr. Helmut    508                                                Heimatpflege 2000
* 1937; Diplom-Geologe, Redakteur und Dozent
Helmut Wolf arbeitete als Diplom-Geologe am Forschungsinstitut für angewandte Mineralogie in Regensburg und war als Dozent an der Technischen Hochschule München tätig. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit legte er auf der Erforschung der Erdgeschichte der Oberpfalz, die zu einem seiner zentralen Wissensbereiche wurde.
Wolf fungierte aber auch als langjähriger Leiter des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen sowie als Leiter des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern in Theuern, sodass er als Experte der regionalen Museen angesehen wird und als Juror des MZMuseums-Preises wirkte. Er veranstaltete ebenso zahlreiche Kulturtage, Glassymposien und das Bayerisch-Böhmische Kolloquien, die äußerst erfolgreich durchgeführt wurden wie der Kunst-Gipfel 2000 bei Hirschau. Der pädagogischen Förderung und Wissensvermittlung widmete er sich auch zum Beispiel durch den Aufbau des geologischen Lehrpfads in Tännesberg und einem im Landkreis Cham am Pfahl. Um seine zahlreichen grenzübergreifenden Forschungs-, Lehr- und Aufbautätigkeiten zu würdigen, wurde er 2000 mit dem Nordgaupreis für Heimatpflege ausgezeichnet.

Fendl, Josef    587                                                         Heimatpflege 2006
* 1929; Lehrer, Heimatpfleger, Schriftsteller und Mundartdichter
Josef Fendl arbeitete hauptberuflich über 40 Jahre lang in Regensburg und Neutraubling als Lehrer, widmete sich jedoch nebenbei der Mundartdichtung und Heimatpflege.
Fendl veröffentlichte eine große Anzahl an Werken mit eigenen Gedichten und Erzählungen, die er in Vorträgen und Rundfunk-Übertragungen selbst vorstellte. Er arbeitete dabei nicht nur unter seinem eigentlichen Namen Josef Fendl, sondern verwendete ebenso Pseudonyme wie Peter Muhr, Martin Staudacher, Josef Schwarz oder Michael Paintner. Zudem wirkte er als Referent der Hanns-Seidel-Stiftung.
Ab 1974 fungierte er als Kreisheimatpfleger, wobei ein Schwerpunkt seiner Beschäftigung die geschichtliche Erforschung der Region darstellte. Er verfasste zahlreiche Chroniken über Orte der Oberpfalz und Niederbayerns und revidierte die Beiträge zur Geschichte des Landkreises Regensburg. Ab 2000 betätigte er sich auch als Redakteur des Straubinger Kalenders, der der älteste Heimatkalender Deutschlands ist.
Zur Anerkennung seiner zahlreichen Publikationen sowohl im Bereich der Geschichtsforschung als auch im Bereich der Mundartdichtung sowie für seine Bemühungen in der Heimatpflege wurde Fendl mit einigen Preisen geehrt wie dem Nordgaupreis für Heimatpflege 2006.

Architektengemeinschaft Brückner & Brückner    507              Heimatpflege 2009
Die Architektengemeinschaft Brückner & Brückner setzt sich aus Klaus-Peter Brückner und seinen zwei Söhnen Peter und Christian zusammen, die sowohl von Tirschenreuth als auch von Würzburg aus arbeiten. Die Gemeinschaft existiert seit 1990 und hat seit dem zahlreiche Projekte auch in der Oberpfalz fertiggestellt. Beispiele für die architektonische Gestaltung der Brückners in der Oberpfalz sind das Kultur- und Begegnungszentrum Haus St. Joseph in Waldsassen oder der Ort der Begegnung an der Deutsch-Tschechischen Grenze in Bärnau. Einige der Arbeiten wurden auch im Zuge von Wettbewerben ausgezeichnet wie 2008 mit dem ersten Preis des Einladungswettbewerbs im kooperativen Verfahren der Fachhochschule Amberg-Weiden, woraufhin ein Hörsaal errichtet wurde. Auch planten sie einige Umbauten und Ortsumgestaltungen wie den Marktplatz in Tirschenreuth von 2005 bis 2009, sodass sie einigen Einfluss auf das regionale Erscheinungsbild der Oberpfalz nahmen.
Die Architekten erhielten für ihre Planungen und Bauwerke zahlreiche Preise wie den Nordgaupreis für Heimatpflege 2009, da sie sich intensiv für die Weiterentwicklung der zeitgenössischen Baukunst der Region einsetzten. 

Prof. Ludwig Zehetner                                                  Heimatpflege 2012
* 1939 in Freising,
war zunächst Lehrer für Deutsch und Englisch, u.a. am Domspatzen-Gymnasium in Regens-burg. Schon in den 60-er Jahren war er Mit-arbeiter der Kommission für Mundartforschung an der Bayer. Akademie der Wissenschaften, seit 1978 unterrichtet er als Lehrbeauftragter und seit 1999 als Honorarprofessor Bairische Dialektologie an der Univ. Regensburg. Ludwig Zehetner zählt zu den renommiertesten Experten auf dem Gebiet des Bairischen. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, Artikel in Zeitschriften.
 


Nordgauförderung

Heil, Josef (Seff)    558                                               Nordgauförderung 1988
1929–2000Rundfunksprecher, Volkskundler und Volkstumspfleger
Josef Heil wurde in Altsattl 1929 geboren, wuchs dann aber ab seinem siebten Lebensjahr in Falkenau a.d. Eger auf. Nach dem zweiten Weltkrieg lebte er dann, nachdem er aus seiner Heimat vertrieben worden war, in München, bis er sich 1957 in Sulzbach-Rosenberg niederließ. 1958 legte er seine Elektromeisterprüfung ab und arbeitete als Leiter der Abteilung Freileitungs- und Kabelbau in einer Amberger Firma.
Heil setzte sich von München und Sulzbach-Rosenberg aus intensiv für die Interessen der Vertriebenen ein, wobei er besonders die kulturellen Interessen in den Vordergrund rückte. So beteiligte er sich unter anderem an der Gründung der Egerland-Jugend und rief den ersten sudetendeutschen Jugendkreis in München ins Leben, aus dem sich zahlreiche Jugendverbindungen entwickelten wie die Böhmerwald-Jugend. Innerhalb der Eghalanda Gmoin engagierte er sich im Bundesvorstand, als Bundeswart für Volkstanz sowie als Medienbeauftragter. Der Musik und dem Tanz widmete er sich weiterhin durch das Verfassen der ersten Egerländer Tanzfibel und als Gründer der Schallplattenstelle, in der er Egerländer Tänze, Lieder und Musikstücke aufnahm. Im Oberpfälzer Kulturbund wirkte er Heil als Präsidiumsmitglied.
Zur Anerkennung seiner Verdienste um die Bewahrung und Fortführung Egerländer Volkskultur wurde Heil mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt wie dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Sudentendeutschen Volkstumspreis und dem Nordgaupreis für Nordgauförderung 1988.

Reich, Albert    559                                                       Nordgauförderung 1990
* 1932; Versicherungskaufmann, Bundeskulturwart und Geschäftsführer des Hauses der Heimat in Stuttgart
Albert Reich erhielt seine Schulausbildung in Falkenau a.d. Eger, Wien und Stuttgart, bis er am Ende des zweiten Weltkriegs zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder in die Nähe von Tabor als Zwangsarbeiter verschleppt wurde. Im Zuge der Vertreibung der Deutschen floh die Familie dann zunächst nach Sachsen-Anhalt und 1947 nach Stuttgart, wo er die kaufmännische Berufs- und Versicherungsberufsschule absolvierte, um danach als selbständiger Versicherungskaufmann zu arbeiten.
Reich engagierte sich in Deutschland intensiv für die Sudetendeutschen und Egerländer. Bereits ab 1947 beteiligte er sich am Aufbau der Jugendarbeit der Egerländer Verbände, indem er die Egerland-Jugend-Arbeitsbriefe und die Bundestreffen der Egerland-Jugend veranstaltete und leitete. 1961 gründete er in Stuttgart die Egerländer Sing- und Spielschar und organisierte 1974 die ersten Egerländer Mundartdichtertagungen nach der Vertreibung. Als Bundeskulturwart des Bundes der Eghalanda Gmoin wirkte er ab 1976, als er ebenfalls zum Geschäftsführer des Hauses der Heimat in Stuttgart berufen wurde. Seit 1987 fungierte er weiterhin als Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen.
Den Nordgaupreis für Nordgauförderung erhielt Reich 1990, um seine Anstrengungen und Leistungen für die Vertriebenen zu würdigen.

Weinmann, Dr. Josef    560                                        Nordgauförderung 1992
* 1926
Von Beruf Zahnarzt, beschäftigte sich der am 28. Juli 1926 in Karlsbad geborene Josef Weinmann autodidaktisch mit einer „Egerländer Studentenforschung“, die er teilweise in „Der Egerländer“ veröffentlichte. Ab 1966 schrieb er genealogische, heimatkundliche und biografische Beiträge für verschiedene Heimatzeitungen. Weinmann betätigte sich als ständiger Mitarbeiter des Arbeitskreises Egerländer Kulturschaffender und Herausgeber des Egerländer Biografischen Lexikons.
Zur Anerkennung seiner langjährigen Bemühungen um das Egerland wurde er mit einigen Preisen ausgezeichnet wie dem Bundesehrenzeichen der Eghalanda Gmoin und dem Nordgaupreis für Nordgauförderung 1992.
→ Keine Literaturinformationen

Hiltl, Erich    612                                                          Nordgauförderung 1996
*1932
Erich Hiltl wurde 1923 in Kümmersbruck geboren und wuchs dort auf, besuchte dann aber das Gymnasium in Amberg. Dort arbeitete er nach dem Schulabschluss als Regierungsamtsrat am Landratsamt, beschäftigte sich aber nebenbei mit Musik.
Seit 1957 leitete er in Kümmersbrucker Chor, mit dem er zahlreiche Konzerte durchführte. Seit 1966 war er Gruppenchorleiter der Sängergruppe Amberg und betreute so 19 Chöre in der Region Amberg, mit denen er eine Vielzahl an Veranstaltungen in und außerhalb der Oberpfalz gestaltete. Als Kreischorleiter des Sängerkreises Nordoberpfalz, bemühte er sich besonders um die Fortbildung der Chorleiter. Überregional war Hiltl zudem Präsidiumsmitglied des Fränkischen Sängerbunds und langjähriges Beiratsmitglied des Oberpfälzer Kulturbundes.
Für seine Bemühungen um die Laienchorarbeit in der Oberpfalz zeichnete der Bezirk Oberpfalz Hiltl 1981 mit dem Musikförderpreis aus. 1982 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1984 wurde ihm der Kulturförderpreis der Energieversorgung Ostbayern sowie 1996 der Bayerische Nordgaupreis für Nordgauförderung zuteil.

Emmerig, Prof. Dr. Ernst       621                                Nordgauförderung 1994
1916 - 1999
Ernst Emmerig studierte an den Universitäten Würzburg und München Rechtswissenschaften. Die Jahre 1939 bis 1946 verbrachte er als Kriegsgefangener in Frankreich, Russland, Nordafrika und in den USA. Nach seiner Promotion an der Universität München war er zunächst im Staatsdienst bei der Regierung der Oberpfalz beschäftigt. Zwischen 1950 bis 1960 war Emmerig im Bayerischen Innenministerium tätig, kehrte dann aber nach Regensburg zurück, wo er von 1962 bis zu seiner Pensionierung 1981 Regierungspräsident der Oberpfalz war. Zusätzlich nahm er ab 1978 eine Honorarprofessur für Verwaltungsrecht an der Universität Regensburg wahr.
Nebenamtlich engagierte sich Emmerig in zahlreichen Organisationen als Vorsitzender, so unter anderem von 1965 bis 1977 des Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz, des Bayerischen Roten Kreuzes von 1964 bis 1993 und von 1974 bis 1982 des Vereins der Freunde der Universität Regensburg. Von 1981 bis 1990 leitete er als Vorstandsvorsitzender das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut (OTTI). Für die Kultur und Heimatforschung der Oberpfalz beteiligte er sich aktiv als Gründungsmitglied und langjähriger Ehrenpräsident des Oberpfälzer Kulturbundes.
Zahlreiche Buchveröffentlichungen belegen sein wissenschaftliches und kulturhistorisches Wirken wie beispielsweise die Herausgabe des Regensburger Almanachs. Eine große Zahl von Auszeichnungen würdigen sein berufliches und nebenamtliches Wirken wie der Bayerische Verdienstorden 1965, das Große Bundesverdienstkreuz 1981 und der Bayerische Nordgaupreis für Nordgauförderung 1994.

Baron, Bernhard Michael     588                                 Nordgauförderung 1998
* 1947
Bernhard Michael Baron, geboren am 12. Mai 1947 in Luhe in der Oberpfalz, war von 1984 bis 2007 langjähriger Kulturamtsleiter der Stadt Weiden in der Oberpfalz. Als autodidaktischer Literat kann er auf ein umfangreiches Werkverzeichnis aus Fachbüchern und Aufsätzen zu regionalspezifischen Themen, aber auch Prosa verweisen. Er ist Begründer und langjähriger Leiter der Weidener Literaturtage und Mitinitiator des Projekts Die Literaturlandschaften Bayerns 2004. Heute lebt wechselweise auf Malta und in Weiden.
Die Liste von Barons beruflichen Aktivitäten und Projekten umfasst unter anderem die Gründung der Weidener Sommer-Serenaden 1985 und des Weidener Kulturkalenders 1987. Er initiierte auch die Goldene Straße als Touristik-Straße 1990 und fungierte als Beirat zahlreicher Kulturorganisationen und Fachzeitschriften.
Baron wurde zur Anerkennung seiner langjährigen Arbeit mit einigen Ehrungen ausgezeichnet wie dem Friedrich-Baur-Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1995, dem Bayerischen Nordgaupreis für Nordgauförderung 1998 und dem Bundesverdienstkreuz 2011.

Hader, Widmar    613                                                   Nordgauförderung 2002
* 1941
Widmar Hader, geboren 1941 in Elbogen a. d. Eger, wuchs in Bad Reichenhall auf und studierte am Mozarteum in Salzburg und in Stuttgart Komposition und Tonsatz sowie in München Politologie und Philosophie. Zunächst war er in Stuttgart als Komponist, Musikerzieher, Chor- und Orchesterleiter sowie als Lehrer für Tonsatz und Gehörbildung an der Kirchenmusikschule Rottenburg tätig.1990 wurde er Gründungsdirektor des neugeschaffenen Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg, welches er bis zum Jahr 2006 leitete. Seitdem widmete er sich verstärkt der Komposition und der Aufführung seiner Werke.
Als Komponist einer großen Oper und von Orchester-, Ballett-, Kammer-, Klavier-, Orgel- und Vokalmusik hatte Hader Aufführungen in fast allen europäischen Ländern, Israel und Amerika. Mehrere Tourneen führten ihn in die USA als Komponist und Dirigent, darunter fanden sich Konzerte mit ausschließlich eigenen Werken sowie mit Vorträgen über seine Kompositionen.1978−2007 leitete er die alljährlichen Sudetendeutschen Musiktage sowie 1990 bis 2005 die Elbogener Orgelfeste.1961
erhielt Hader den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik und 1988 den Südmährischen Kulturpreis verliehen. 1987 wurde er in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen, deren Vizepräsident er derzeit ist. 1996 wurde er mit dem Großen Sudetendeutschen Kulturpreis und 2002 mit dem Bayerischen Nordgaupreis für Nordgauförderung ausgezeichnet.

Böhm, Johann    622                                                    Nordgauförderung 2009